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Seit 20 Jahren wird Kaffee ausgeschenkt für die gute Sache

Hüttenberg-Rechtenbach (lr). Seit 20 Jahren schenkt der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) in Rechtenbach Kaffee aus zugunsten von Hilfsprojekten in der Dritten Welt. Durch das "Cafè Weltdienst" und andere Aktionen wie der jährliche Verkauf von Weihnachtsbäumen hat der CVJM in zwei Jahrzehnten über 50.000 Euro Hilfe nach Afrika, Indien und Südamerika geben können, sagte der Vorsitzende Martin Schmidt beim Jubiläumsfest. Regelmäßig kommen zwischen 100 und 150 Besucher in das "Cafè Weltdienst", wo gespendete Kuchen und Kaffee auf sie warten. "Weltdienst" nennt der CVJM sein Engagement in der Dritten Welt. Erstmals wurde das Café im Juli 1984 eröffnet. Aufgrund einer Dürreperiode war es 1983 zu einer rapiden Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse in einigen westafrikanischen Staaten gekommen. Durch Kontakte zum CVJM in Ghana an der Goldküste Afrikas rief der ehemalige "Bruderschaftssekretär" Fritz Pawelzik (Düsseldorf) damals dazu auf, die Hungersnot zu lindern. Der Regionalverband CVJM Westbund organisierte Sammelaktionen für Nahrungsmittel, Medikamente und Kleidung, erinnert sich Schmidt. Auch in Rechtenbach fühlten sich zahlreiche CVJM'ler angesprochen. Die spontan ausgerufene Sammelaktion fand reichlich Unterstützung. "Als uns klar wurde, dass zur Linderung der Not in Ghana auch Geldbeträge nötig waren, wurde die Idee für das Cafè geboren", so Schmid. Zunächst öffnete das Cafè in der Alten Mühle des Kinder- und Jugendheimes Haus Zoar, später im evangelischen Gemeindehaus.

1986 wurde vom CVJM Westbund ein Partnerschaftskonzept entwickelt, an dem sich auch die Rechtenbacher jungen Christen beteiligen. Sie unterhalten eine Partnerschaft zum Young Men Christian Association (YMCA) in Bawaleshie (Ghana) mit gegenseitigen Besuchen. Mithilfe der Rechtenbacher Gelder wurden zunächst ein Ziegenaufzuchtsprogramm und zuletzt ein Gemeinschaftszentrum finanziert, in dem die Bürger des gesamten Ortes zu Festen und Versammlungen zusammen kommen. In dem Gebäude ist weiterhin Platz für die örtliche YMCA-Kinder- und Jugendarbeit und es wird als Gästehaus genutzt. Von den Erlösen der Vermietung der Zimmer wird die Instandhaltung des Hauses finanziert.

Die Arbeit im Cafè Weltdienst soll weiter gehen, so Schmidt. Die Freunde in Bawaleshie wollen noch eine Halle an das Gemeinschaftszentrum anbauen.

Während des Jubiläums-Cafès war eine Ausstellung zur Partnerschaft geöffnet. An Ständen konnten die Besucher batiken, sich im Stampfen von Fufu, einer afrikanischen Kartoffelart üben, bei einem Preisrätsel mitmachen oder ein afrikanisches Kugelspiel (Owari) ausprobieren. Mit einem Afrika-Gottesdienst endete der Jubiläumstag.

 

Lothar Rühl